Von der Sehnsucht nach der heilen Familie

Über das Zusammenleben in alten und neuen Familienstrukturen

Die Familie aus systemischer Sicht

Kaum ein Beziehungsfeld ist so von Idealen geprägt wie das Zusammenleben in der Familie und kaum an einem anderen Ort lebt man so nahe aufeinander wie hier. Deshalb erstaunt es nicht, wenn Menschen von ihrer Familie enttäuscht sind.

Was ist eine Familie? Was ist eine Beziehung? Was kann eine Familie oder eine Beziehung leisten, was nicht? Wie können wir uns in unserem spezifischen Familiengefüge wohl fühlen? Und wie kann der christliche Glaube dabei hilfreich sein?

Solchen und ähnlichen Fragen wollen wir an den drei Abenden gemeinsam nachspüren. Dabei werden die Fragenkomplexe vor allem vom familiensystemischen Ansatz her beleuchtet.

1. Abend: Donnerstag, 26. Januar 2012: Familie und Paarbeziehung im Wandel der Zeit

Neue Formen des Zusammenlebens

In Zeiten der Veränderung wandeln sich nicht nur die Gesellschaft und ihre Werte, sondern auch die Struktur der Familie. Die Kleinfamilie hat über weite Strecken die Grossfamilie abgelöst und Patchwork-Familien und Alleinerziehende gehören zum Alltagsbild der Familienlandschaft. So lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie diese neuen Lebensformen die einzelenen Familienmitglieder beeinflussen.
Wir gehen in einem ersten Teil dem geschichtlich bedingten Wandel der Familie nach und setzen uns mit unseren eigenen Idealen und Sehnsüchten auseinander.
In einem zweiten Teil betrachten wir verschiedene Konstellationen in der Paarbeziehung und deren systemische "Störfaktoren", die eine Partnerschaft belasten können. Wir fragen, welche Haltungen hilfreich sind, um in einer Beziehung zu bleiben, eine Scheidung versöhnt zu überstehen und sich allein oder in einer neuen Patchwork-Familie wohl zu fühlen.

2. Abend: Donnerstag, 9. Februar 2012: Was Kinder stark macht

Was Eltern, Grosseltern und Paten zum Wohle der Kinder beitragen können

An diesem zweiten Abend geht es weniger um Verhaltensweisen oder Erziehungsratschläge, als vielmehr um die Frage, was uns Erwachsene von den Kindern unterscheidet. Es geht darum, Positionen zu klären und damit auch Verantwortlichkeiten, Rechte und Pflichten zu definieren, - sowohl jene der Eltern und Kinder, als auch jene der Grosseltern und Paten. Je mehr die Erwachsenen mit ihrer eigenen Biographie versöhnt sind, desto besser können sie dem Kind ein wirkliches Gegenüber sein. Dies soll dem Kind helfen, wirklich Kind zu sein und seine Kraft ins eigene Leben und die eigene Entwicklung zu investieren. Für uns Erwachsene heisst dies, den Kindern Wurzeln und den Jugendlichen Flügel zu geben.

3. Abend: Donnerstag, 23. Februar 2012: Wenn die Eltern älter werden

Über das Älterwerden und den Rollentausch der Generationen

Älter werden ist nicht einfach und das Älterwerden als Recht und Chance zu ergreifen noch viel weniger.
Auch wenn unsere Eltern älter werden und wir längst erwachsen sind, heisst dies nicht, dass sie aufhören,unsere Eltern zu sein.
Deshalb ist Ablösung ein Thema, das nie aufhört. Speziell die mittlere Generation, die sog. Sandwitch - Generation ist hier von beiden Seiten gefordert.
So stellt sich gegen Ende des Lebens die Frage immer deutlicher, ob wir miteinander ans Ziel gekommen sind und einmal versöhnt von einander Abschied nehmen können.

Ort und Zeit

Donnerstag, 26. Januar, 9. / 23. Februar 2012, 20h
Kirchgemeindesaal Rubigen(Teil der Schulanlage, gleicher Eingang wie Aula)
Worbstrasse 19, 3113 Rubigen

Veranstalter

Reformierte Kirchgemeinde Münsingen: Pfarrkreis 5
Christoph E. Beutler, Pfr., Worbstrasse 69, 3113 Rubigen
Tel. 031 721 25 30
www.ref-kirche-muensingen.ch

Anmeldung

nicht nötig!

Kosten

freie Kollekte

Literatur

  • Bertold Ulsamer: "Spielregeln für Paare", Verlag Goldmann, München
  • Gabriele und Bertold Ulsamer: "Spielregeln des Familienlebens", Verlag Goldmann, München
  • Angelika Glöckner: "Lieber Vater, liebe Mutter…", Herder Verlag, Freiburg